Wenn du dich fragst, welche Programmiersprache right now am meisten nachgefragt wird, dann liegt die Antwort nicht bei einer mysteriösen neuen Sprache, sondern bei einer, die seit Jahren im Hintergrund die digitale Welt antreibt: JavaScript. Es ist nicht die schnellste, nicht die eleganteste, und nicht die einfachste Sprache zu lernen - aber sie ist die einzige, die in jedem modernen Browser läuft. Und das macht sie unersetzlich.
Warum JavaScript nicht nur populär, sondern unverzichtbar ist
JavaScript ist die einzige Programmiersprache, die direkt im Browser ausgeführt wird. Das bedeutet: Jede Website, die interaktiv ist - ob du dich auf Instagram einloggst, auf Amazon einen Artikel suchst oder bei Spotify einen Song abspielst - nutzt JavaScript. Ohne JavaScript wären diese Seiten statisch wie ein gedrucktes Buch. Keine Dropdown-Menüs, keine Live-Suche, keine Animationen, keine Echtzeit-Updates. Es ist die unsichtbare Kraft hinter allem, was sich bewegt.
Und es geht nicht nur um Webseiten. Mit Node.js läuft JavaScript auch auf dem Server. Mit React Native und Electron kannst du Mobile-Apps und Desktop-Programme bauen. Das bedeutet: Ein Entwickler, der JavaScript beherrscht, kann Frontend, Backend, Mobile und sogar Desktop-Apps mit derselben Sprache bauen. Das spart Zeit, reduziert Komplexität und macht Teams effizienter.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Die Stack Overflow Developer Survey 2025 zeigt: JavaScript ist seit zehn Jahren die am häufigsten verwendete Programmiersprache - und das nicht nur bei Einsteigern, sondern auch bei erfahrenen Entwicklern. Mehr als 65 % der 90.000 befragten Entwickler weltweit nutzen JavaScript regelmäßig. In Europa liegt der Anteil sogar bei 68 %. In Österreich, wo du als Entwickler auf dem Markt bist, sind über 80 % der Stellenanzeigen für Webentwickler explizit auf JavaScript und seine Frameworks wie React oder Vue.js ausgerichtet.
LinkedIn-Jobdaten aus dem Jahr 2025 zeigen: Mehr als 300.000 Stellen weltweit verlangen JavaScript als Pflichtkenntnis. Vergleich: Python, das oft als „die Sprache der Zukunft“ gehandelt wird, kommt auf knapp 220.000 Stellen. Java liegt bei 180.000. C# bei 150.000. JavaScript ist nicht nur führend - es ist deutlich vorne.
Was genau verlangen Arbeitgeber?
Es reicht nicht, nur JavaScript zu können. Arbeitgeber suchen nach jemandem, der mit den gängigen Frameworks und Tools umgehen kann. Die drei wichtigsten sind:
- React: Wird in über 70 % der JavaScript-Stellenanforderungen genannt. Von Start-ups bis zu Großunternehmen wie Spotify und Airbnb - React dominiert das Frontend.
- Node.js: Für Backend-Entwicklung. Fast jede moderne API, die Daten an die App liefert, läuft auf Node.js.
- TypeScript: Die typsichere Version von JavaScript. In 2025 wurde TypeScript in 58 % der neuen Projekte eingesetzt - und das nicht nur bei großen Firmen, sondern auch bei mittelständischen Entwicklungsagenturen in Wien, München oder Zürich.
Du musst also nicht nur JavaScript können - du musst wissen, wie man damit komplexe Anwendungen baut. Wer nur Grundlagen kann, landet in Junior-Positionen. Wer mit React, Node.js und TypeScript arbeitet, kann direkt als Mid-Level-Entwickler einsteigen.
Warum andere Sprachen nicht mithalten
Python ist großartig für Data Science, KI und Automatisierung - aber kaum für Webseiten. PHP wird noch in alten CMS wie WordPress verwendet, aber neue Projekte nutzen es kaum noch. Java ist stabil, aber zu schwerfällig für moderne Webanwendungen. C# ist stark in Unternehmensumgebungen, aber nicht in der Webentwicklung.
Und was ist mit neuen Sprachen wie Rust oder Go? Sie sind schnell, sicher und werden in bestimmten Nischen eingesetzt - aber sie ersetzen JavaScript nicht. Rust wird für Systemprogrammierung genutzt, Go für Cloud-Infrastruktur. Keine davon läuft im Browser. Keine davon ist die Grundlage für eine Website.
JavaScript ist nicht nur die Sprache der Webentwicklung - sie ist die Sprache der digitalen Interaktion. Und solange Menschen Websites nutzen, wird JavaScript gebraucht.
Was du tun kannst, wenn du anfangen willst
Wenn du jetzt anfängst, ist es nicht zu spät - im Gegenteil. Die Nachfrage ist so hoch, dass Unternehmen bereit sind, Leute auszubilden, die Grundkenntnisse haben. Hier ist, was du brauchst:
- Lerne die Grundlagen von JavaScript: Variablen, Funktionen, Arrays, Objekte, Events. Keine Frameworks - erstmal nur reines JavaScript.
- Baue kleine Projekte: Eine To-Do-Liste, einen Wetter-Widget, einen einfachen Rechner. Nicht perfekt - nur funktionierend.
- Gehe zu React: Sobald du die Grundlagen hast, lerne React. Nutze die offizielle Dokumentation von react.dev - sie ist hervorragend für Anfänger.
- Lerne TypeScript: Nach 3-4 Wochen mit React. Es macht deinen Code stabiler und macht dich attraktiver für Arbeitgeber.
- Erstelle ein Portfolio: Stelle deine Projekte auf GitHub. Schreibe eine kurze Beschreibung dazu. Das ist dein Lebenslauf.
Es dauert nicht sechs Monate, um von Null auf einen Job zu kommen. Mit konsequenter Arbeit - 15 Stunden pro Woche - kannst du in drei Monaten bereit sein für einen Einstiegsjob.
Die Zukunft von JavaScript
Einige sagen, JavaScript sei veraltet. Sie irren. Die ECMA-Group, die JavaScript standardisiert, veröffentlicht jedes Jahr neue Versionen - mit besseren Funktionen, schnellerer Ausführung und mehr Sicherheit. Die neueste Version, ECMAScript 2025, bringt native Modul-Systeme, verbesserte Asynchronität und bessere Performance-Tools.
Und mit WebAssembly läuft JavaScript jetzt auch neben anderen Sprachen im Browser - ohne dass es ersetzt wird. Es wird erweitert. Es wird stärker. Es wird nicht abgelöst - es wird die Plattform, auf der alles andere läuft.
Die digitale Welt baut auf JavaScript auf. Und solange das so bleibt, wird sie auch weiterhin die am meisten nachgefragte Sprache sein.
Ist JavaScript noch die beste Wahl für Anfänger?
Ja, besonders wenn du in die Webentwicklung einsteigen willst. JavaScript ist die einzige Sprache, die direkt im Browser funktioniert - du brauchst keine komplexe Einrichtung. Du kannst mit einem einfachen Texteditor und einem Browser anfangen. Andere Sprachen wie Python oder Java erfordern zuerst eine Entwicklungsumgebung, die Anfänger oft überfordert. Mit JavaScript lernst du sofort, wie das Web funktioniert - und siehst Ergebnisse in Echtzeit.
Kann man mit JavaScript allein einen Job bekommen?
Nein - aber fast. Du brauchst mindestens React oder Vue.js als Frontend-Framework, und Node.js für das Backend. Die meisten Stellenanforderungen verlangen diese Kombination. Wer nur reines JavaScript kann, bekommt oft nur Praktikumsplätze. Wer mit React, Node.js und TypeScript arbeitet, hat direkten Zugang zu Mid-Level-Positionen. JavaScript ist die Grundlage - die Frameworks sind die Brücke zum Job.
Ist TypeScript schwieriger als JavaScript?
Es ist nicht schwieriger - es ist nur anders. TypeScript fügt Typen hinzu, was bedeutet, dass du definierst, welche Art von Daten eine Variable enthält. Das verhindert viele Fehler und macht den Code leichter zu verstehen. Wenn du JavaScript schon kannst, brauchst du nur ein paar Tage, um die Typen zu lernen. Die meisten Entwickler, die mit TypeScript anfangen, sagen: „Warum habe ich das nicht früher gemacht?“
Wie sieht die Gehaltsentwicklung mit JavaScript aus?
In Österreich liegt das Durchschnittsgehalt für einen Junior-Entwickler mit JavaScript und React bei etwa 42.000 Euro brutto pro Jahr. Mit drei Jahren Erfahrung und Kenntnissen in Node.js und TypeScript steigt das Gehalt auf 58.000-65.000 Euro. In großen Firmen wie Amazon oder Google in Wien kannst du sogar über 70.000 Euro verdienen. JavaScript-Entwickler haben die höchste Gehaltssteigerungsrate aller Web-Technologien - weil die Nachfrage höher ist als das Angebot.
Sollte ich auch Python lernen, wenn ich JavaScript kann?
Nur, wenn du dich für KI, Datenanalyse oder Automatisierung interessierst. Für Webentwicklung ist Python nicht nötig. Viele Entwickler lernen Python neben JavaScript, um sich abzusichern - aber das ist eine strategische Wahl, keine Notwendigkeit. Wenn du dich auf Webanwendungen konzentrierst, bleib bei JavaScript, React und TypeScript. Du wirst schneller erfolgreich sein als mit einem halben Wissen in zwei Sprachen.
Was kommt als Nächstes?
Wenn du jetzt anfängst, denk nicht daran, alles zu lernen. Konzentriere dich auf JavaScript, dann auf React, dann auf TypeScript. Baue ein Projekt. Stelle es online. Bewirb dich. Die meisten Unternehmen suchen nicht nach Perfektion - sie suchen nach jemandem, der anfängt, Probleme löst und lernen will. Du musst nicht alles wissen. Du musst nur anfangen.