Wie schwierig ist Python für Anfänger wirklich?

Teilen

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt: Python ist doch angeblich die einfachste Programmiersprache - aber stimmt das wirklich? Wenn du noch nie programmiert hast, ist es dann wirklich so leicht, wie alle sagen? Oder ist das nur Marketing? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Python ist einfach - aber nicht ohne Anstrengung

Ja, Python ist eine der benutzerfreundlichsten Programmiersprachen, die es gibt. Der Code liest sich fast wie normales Englisch. Statt komplizierter Klammern und Semikolons brauchst du nur Einrückungen. Ein einfaches Skript, das zwei Zahlen addiert, sieht so aus:

zahl1 = 5
zahl2 = 3
ergebnis = zahl1 + zahl2
print(ergebnis)

Das ist alles. Kein int, kein return, kein public static void main - nichts, was dich ablenkt. Das macht es für Anfänger extrem zugänglich. Du konzentrierst dich auf das Problem, nicht auf die Syntax.

Aber einfach heißt nicht ohne Herausforderung. Viele Anfänger denken, weil Python leicht zu lesen ist, müsste es auch leicht zu meistern sein. Das ist ein Irrtum. Die Sprache selbst ist einfach - aber das Denken, das dahintersteht, ist es nicht. Programmieren lernen ist wie Fahrradfahren: Die Pedale zu treten ist einfach. Aber das Gleichgewicht halten, die Richtung wechseln, Hindernisse umgehen - das braucht Übung.

Was macht Anfängern wirklich zu schaffen?

Die größten Hürden liegen nicht bei der Syntax, sondern bei den Konzepten. Hier sind die drei Dinge, die die meisten Anfänger hartnäckig blockieren:

  • Logisches Denken: Du musst lernen, Probleme in kleine, wiederholbare Schritte zu zerlegen. Wenn du einem Kind erklären müsstest, wie man eine Tasse Kaffee macht - du würdest nicht sagen: „Mach Kaffee.“ Du würdest sagen: „Gib Wasser in den Kessel. Erhitze es. Gib Kaffeepulver in den Filter. Gieße das heiße Wasser darüber. Warte drei Minuten.“ Das ist Algorithmisches Denken. Und das ist neu für viele.
  • Fehler suchen: In Python bekommst du oft sehr klare Fehlermeldungen - aber sie sind auf Englisch. Und wenn du nicht weißt, was „IndentationError“ bedeutet, fühlst du dich schnell überfordert. Die Lösung? Lerne die häufigsten Fehler zu lesen. Ein Einrückungsfehler? Du hast zu viel oder zu wenig Abstand vor einer Zeile. Ein „NameError“? Du hast eine Variable falsch geschrieben. Das ist lernbar.
  • Abstraktion: Was ist eine Funktion? Warum braucht man Listen? Was ist ein Objekt? Diese Begriffe klingen theoretisch, aber sie sind die Bausteine jedes Programms. Du musst sie nicht perfekt verstehen, bevor du loslegst - aber du musst sie anwenden. Und das ist der Punkt, an dem viele aufgeben.

Was brauchst du, um erfolgreich zu sein?

Du brauchst keine Mathematik-Genie zu sein. Du brauchst keine Vorkenntnisse. Du brauchst nur drei Dinge:

  1. Zeit: 30 Minuten am Tag, fünf Tage die Woche - das ist mehr als genug. Konsistenz zählt mehr als lange Sitzungen.
  2. Ein Projekt: Lerne nicht nur Theorie. Mach etwas, das dich interessiert. Ein kleiner To-Do-List-Generator? Ein Wetter-Abfrage-Tool? Ein Spiel, das Zahlen errät? Je konkreter das Projekt, desto schneller lernst du.
  3. Keine Angst vor Fehlern: Jeder Programmierer, egal wie erfahren, macht täglich Fehler. Der Unterschied? Erfahrene Programmierer erwarten sie. Sie suchen sie. Sie lernen daraus. Du musst nicht perfekt sein. Du musst weitermachen.

Was ist mit anderen Sprachen? Ist Python wirklich die beste Wahl?

Vergleiche Python nicht mit JavaScript oder Java, wenn du ein Anfänger bist. Diese Sprachen sind nicht „schwerer“ - sie sind anders. JavaScript ist für Webseiten da, Java für große Firmensysteme. Python ist für alles andere da: Daten, Automatisierung, KI, Webseiten, Spiele, sogar Roboter.

Wenn du dich fragst, ob du zuerst JavaScript lernen solltest, weil du eine Webseite bauen willst - dann ja, aber nur, wenn du wirklich nur Webseiten willst. Wenn du unsicher bist, was du später machen willst - dann fang mit Python an. Es öffnet dir mehr Türen.

Ein Beispiel: Eine Person, die mit Python anfing, hat nach drei Monaten ein Skript geschrieben, das ihre E-Mails automatisch sortiert. Nach sechs Monaten hat sie ein Tool gebaut, das aus Wikipedia-Texten Zusammenfassungen generiert. Nach einem Jahr hat sie ein kleines KI-Modell trainiert, das aus Fotos erkennt, ob eine Pflanze krank ist. Das alles mit Python. Mit keiner anderen Sprache wäre das so schnell möglich gewesen.

Mensch wählt den Weg von Python statt komplizierter Syntax, um logisches Denken zu lernen.

Wie lange dauert es, bis du etwas Nützliches schreiben kannst?

Wenn du täglich 30 Minuten übst, kannst du in vier bis sechs Wochen dein erstes nützliches Programm schreiben. Nichts Großes - aber etwas, das dir wirklich hilft. Ein Skript, das deine Downloads-Ordner nach Dateitypen sortiert. Ein Tool, das dir die aktuelle Temperatur aus dem Internet holt und dir per Nachricht schickt. Ein Mini-Quiz, das dir Vokabeln abfragt.

Das ist der Moment, in dem es „klickt“. Du denkst: „Ich habe das selbst gemacht.“ Und das ist der Punkt, an dem du nicht mehr aufhörst.

Was kommt danach?

Nach den ersten Wochen wirst du merken, dass du nicht nur Python lernst - du lernst, wie man Probleme löst. Du wirst anfangen, deine Alltagsaufgaben anders zu sehen. „Könnte ich das automatisieren?“ - das wird deine neue Frage. Du wirst deine Excel-Tabellen mit Python bereinigen. Du wirst deine Rechnungen mit einem Skript zusammenfassen. Du wirst deine Fotos nach Datum ordnen, ohne sie manuell anzuklicken.

Das ist der wahre Vorteil von Python: Es macht dich produktiver. Nicht nur als Programmierer - als Mensch.

Wie fängst du an?

Hier ist ein einfacher Weg, loszulegen:

  1. Gehe zu python.org und lade Python 3.12 herunter. Installiere es mit den Standard-Einstellungen.
  2. Installiere Visual Studio Code - das ist ein kostenloses Programm, mit dem du Code schreibst.
  3. Öffne VS Code, erstelle eine neue Datei und speichere sie als erstes_programm.py.
  4. Schreibe: print("Hallo Welt!")
  5. Drücke die Taste F5. Sieh, wie es funktioniert.

Danach gehe zu freeCodeCamp’s Python-Kurs - er ist kostenlos und auf Deutsch. Mache die ersten drei Module. Das dauert etwa drei Stunden. Danach hast du schon mehr als 80 % der Grundlagen gelernt.

Pflanze wächst aus einer Tastatur mit Python-Code als Blättern und Fehlern als Blumen.

Was ist mit Kindern und älteren Menschen?

Python wird in Schulen weltweit unterrichtet - von Kindern ab 10 Jahren. Aber es ist auch bei Menschen über 60 beliebt, die nach der Rente etwas Neues lernen wollen. Alter spielt keine Rolle. Motivation schon. Wenn du neugierig bist, kannst du es lernen. Punkt.

Wann ist Python nicht die richtige Wahl?

Python ist nicht perfekt für alles. Wenn du ein Spiel mit hohen Grafik-Anforderungen bauen willst - dann ist C++ oder Unity besser. Wenn du eine App für iPhone oder Android bauen willst - dann ist Swift oder Kotlin schneller. Aber diese Fälle sind selten für Anfänger. Die meisten, die anfangen, wollen etwas Einfaches, Nützliches, Schnelles. Und dafür ist Python die beste Wahl.

Ist Python wirklich die einfachste Programmiersprache für Anfänger?

Ja, im Vergleich zu anderen Sprachen wie Java, C++ oder JavaScript ist Python die einfachste. Die Syntax ist klar, die Fehlermeldungen sind verständlich, und du kannst schnell Ergebnisse sehen. Das macht es ideal für Einsteiger. Aber „einfach“ bedeutet nicht „ohne Anstrengung“. Programmieren lernen ist immer eine Herausforderung - aber Python reduziert die Hindernisse auf ein Minimum.

Wie viel Zeit braucht man, um Python zu lernen?

Du kannst die Grundlagen in vier bis sechs Wochen lernen, wenn du 30 Minuten täglich übst. Aber „lernen“ ist kein Ziel - es ist ein Prozess. Nach drei Monaten kannst du einfache Projekte schreiben. Nach einem Jahr bist du in der Lage, komplexe Automatisierungen oder kleine Webanwendungen zu bauen. Es geht nicht darum, alles zu wissen - sondern darum, immer weiterzumachen.

Kann man Python ohne Mathe-Kenntnisse lernen?

Absolut. Du brauchst keine höhere Mathematik. Grundrechenarten und logisches Denken reichen aus. Viele Python-Anwendungen - wie Datei-Organisation, E-Mail-Automatisierung oder Web-Scraping - haben nichts mit Mathematik zu tun. Selbst bei Datenanalyse oder KI lernst du die nötigen mathematischen Konzepte Schritt für Schritt - du musst sie nicht vorher kennen.

Was ist der häufigste Fehler von Anfängern?

Sie versuchen, alles auf einmal zu lernen. Sie lesen Bücher, schauen Videos, machen Kurse - aber sie schreiben nie eigenen Code. Das ist wie Fahrradfahren lernen, indem man nur Videos anschaut. Der einzige Weg, es zu lernen, ist: schreiben, testen, scheitern, wiederholen. Fang klein an. Mach ein Projekt. Fertig.

Sollte ich einen Kurs oder ein Buch nehmen?

Ein Kurs ist gut, wenn er praktisch ist - also wenn du direkt Code schreibst. Bücher sind oft zu theoretisch für Anfänger. Kostenlose Online-Kurse wie von freeCodeCamp oder Codecademy sind oft besser, weil sie interaktiv sind. Aber am Ende zählt nicht das Medium - sondern deine eigene Aktivität. Du musst selbst schreiben. Kein Kurs kann das für dich tun.

Was jetzt?

Wenn du jetzt noch unsicher bist - dann mach es trotzdem. Schreib die erste Zeile Code. Heute. Nicht morgen. Nicht, wenn du mehr Zeit hast. Jetzt. Du brauchst keine Genehmigung. Du brauchst keine Vorbildung. Du brauchst nur einen Computer und den Mut, anzufangen.

Python ist nicht schwer. Es ist einfach - wenn du es versuchst.

Über den Autor

Sonja Meierhof

Sonja Meierhof

Ich bin Sonja Meierhof und ich habe eine Leidenschaft für Entwicklung. Als Expertin in meinem Feld habe ich zahlreiche Projekte in verschiedenen Programmiersprachen umgesetzt. Ich liebe es, mein Wissen durch das Schreiben von Fachartikeln zu teilen, besonders im Bereich Softwareentwicklung und innovative Technologien. Stetig arbeite ich daran, meine Fähigkeiten zu erweitern und neue Programmierkonzepte zu erforschen.