Wie schwer ist Python wirklich? Ein ehrlicher Einblick von 1 bis 10

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Wenn du gerade mit Programmieren anfängst, hast du dich sicher schon gefragt: Wie schwer ist Python? Auf einer Skala von 1 bis 10? Die Antwort ist nicht einfach. Es hängt davon ab, was du mit „schwer“ meinst. Wenn du denkst, es geht um komplizierte Syntax, komplexe Regeln oder eine steile Lernkurve - dann ist Python eine 2. Wenn du denkst, es geht darum, echte Projekte zu bauen, Probleme zu lösen und dich durch Fehler zu kämpfen - dann ist es vielleicht eine 7. Und das ist völlig normal.

Warum viele sagen: Python ist einfach

Python ist nicht die einfachste Sprache, weil sie „einfach“ ist. Sie ist einfach, weil sie klug entworfen wurde. Sie versucht, menschliches Denken nachzuahmen, nicht Maschinensprache. Stell dir vor, du willst eine Liste von Zahlen addieren. In C oder Java musst du Variablen deklarieren, Typen definieren, Speicher verwalten. In Python schreibst du einfach:

zahlen = [1, 2, 3, 4, 5]
summe = sum(zahlen)
print(summe)

Das ist es. Keine Semikolons. Keine geschweiften Klammern. Kein komplizierter Aufbau. Das ist kein Zufall. Python wurde von Guido van Rossum entwickelt, um Programmieren zugänglicher zu machen. Und das hat funktioniert. Millionen von Schülern, Lehrern, Wissenschaftlern und Selbstlernenden haben mit Python angefangen - und nicht aufgegeben.

Was macht es wirklich schwierig?

Die Syntax ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass du plötzlich denkst: „Ich kann jetzt alles machen.“ Und das stimmt. Mit Python kannst du Webseiten bauen, Daten analysieren, KI-Modelle trainieren, Roboter steuern, Skripte schreiben, die deine ganze Arbeitswoche automatisieren. Das klingt großartig. Aber es ist auch überwältigend.

Ein Anfänger lernt, wie man eine Liste erstellt. Dann findet er eine Anleitung, wie man mit Excel-Dateien arbeitet. Dann sieht er ein Video über KI und denkt: „Das will ich auch!“ Und plötzlich ist er mitten in einer Welt voller Bibliotheken: Pandas, NumPy, Flask, Django, TensorFlow. Jede davon hat ihre eigenen Regeln, ihre eigenen Fehlermeldungen, ihre eigenen Fallstricke. Und plötzlich ist die „einfache“ Sprache eine Quelle von Verwirrung.

Das ist kein Mangel von Python. Das ist seine Stärke. Aber du musst lernen, nicht alles auf einmal zu wollen. Du musst lernen, einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Ein Projekt. Eine Bibliothek. Ein Fehler. Dann der nächste.

Wie sieht der Lernweg wirklich aus?

Hier ist, was ein typischer Pfad aussieht - nicht der perfekte, sondern der echte:

  1. Woche 1-2: Variablen, Bedingungen, Schleifen. Du schreibst ein kleines Programm, das deine Lieblingsfilme sortiert. Es funktioniert. Du bist stolz.
  2. Woche 3-4: Funktionen und Listen. Du baust ein kleines Werkzeug, das dir aus einer Einkaufsliste die teuersten Artikel zeigt. Du stolperst über einen Fehler: „IndexError: list index out of range“. Du googelst. Du verstehst es nicht ganz. Aber du reparierst es.
  3. Woche 5-6: Dateien lesen und schreiben. Du speicherst deine Einkaufsliste in einer Textdatei. Du merkst: „Oh, ich kann das jetzt mit anderen teilen.“
  4. Woche 7-8: Du willst etwas mit Daten machen. Du installierst Pandas. Du bekommst eine Fehlermeldung: „ModuleNotFoundError“. Du findest heraus, dass du pip benutzen musst. Du fragst dich: „Warum ist das so kompliziert?“
  5. Woche 9-12: Du baust dein erstes kleines Web-Tool mit Flask. Du siehst, wie eine URL eine Seite aufruft. Du verstehst nicht, wie HTTP funktioniert. Aber du siehst, dass es funktioniert. Und das zählt.

Dieser Weg ist nicht linear. Du gehst zwei Schritte vor, einen zurück. Du vergisst Dinge. Du fragst dich, ob du das überhaupt kannst. Das ist normal. Jeder, der Python beherrscht, hat genau das durchgemacht. Der Unterschied? Sie haben weitergemacht.

Wanderweg aus Code-Blöcken durch einen Wald aus Python-Bibliotheks-Namen, mit Fehlermeldungen als Blätter.

Was ist mit anderen Sprachen?

Vergleiche Python nicht mit einer perfekten Sprache. Vergleiche es mit dem, was du kennst. Wenn du JavaScript gelernt hast, weißt du, dass „this“ manchmal nicht das ist, was du denkst. Wenn du Java gelernt hast, weißt du, dass du für eine „Hallo Welt“-App drei Dateien und eine Klasse brauchst. Wenn du C gelernt hast, weißt du, dass ein einziger fehlender Semikolon dein Programm zum Absturz bringt.

Python hat auch seine Probleme. Es ist langsam. Es ist nicht ideal für Spiele oder Echtzeit-Systeme. Es hat manchmal unerwartetes Verhalten mit Variablen, wenn du mit Objekten arbeitest. Aber diese Probleme kommen erst, wenn du schon weiter bist. Für den Anfang? Es ist die Sprache, die dich am wenigsten aufhält.

Wie du den Einstieg schaffst - ohne dich zu überfordern

Hier sind drei einfache Regeln, die dir helfen:

  • Arbeite nur mit einem Projekt. Nicht fünf. Nicht zehn. Eines. Egal ob es eine To-Do-Liste, ein Zufallsgenerator für Sprüche oder ein Skript ist, das deine Fotos umbenennt. Bleib dabei.
  • Verstehe nicht alles auf Anhieb. Du musst nicht wissen, wie ein Python-Interpreter funktioniert, um eine Schleife zu schreiben. Du musst nicht wissen, wie Pandas intern Daten speichert, um eine Tabelle zu laden. Lerne das, was du brauchst - den Rest lernst du später.
  • Frage dich: „Was will ich damit erreichen?“ Nicht: „Was kann ich mit Python machen?“ Sondern: „Was will ich heute lösen?“ Das gibt dir Richtung. Und Richtung verhindert Überforderung.

Es gibt Tausende von Kursen, Büchern und Videos. Aber du brauchst nicht alle. Du brauchst einen Anfang. Und den findest du mit einem einzigen Tutorial, das dir eine konkrete Aufgabe gibt - und dann einfach anfängst.

Notizbuch mit Einträgen von Tag 1 bis Tag 180, dokumentiert die Lernreise eines Python-Anfängers.

Was passiert, wenn du aufgibst?

Viele hören nach zwei Wochen auf. Nicht, weil Python zu schwer ist. Sondern weil sie denken, sie müssten schon nach zwei Wochen „etwas Tolles“ bauen. Sie vergleichen sich mit YouTube-Videos, in denen jemand in 10 Minuten eine KI erstellt. Sie sehen nicht, wie viele Stunden dahinterstecken. Sie sehen nicht, wie oft der Youtuber vorher gescheitert ist.

Python ist nicht schwer. Es ist einfach - aber es erfordert Zeit. Und Geduld. Und den Mut, schlechte Codezeilen zu schreiben, bevor du gute schreibst.

Wenn du heute anfängst - und morgen wieder - und übermorgen auch - dann wirst du in sechs Monaten Dinge tun können, die du jetzt nicht einmal vorstellen kannst. Und du wirst dich nicht fragen: „Warum ist das so schwer?“ Sondern: „Wie habe ich das geschafft?“

Python ist keine Frage der Intelligenz. Es ist eine Frage der Konsistenz.

Du musst nicht der klügste Mensch sein. Du musst nicht Mathe können. Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur jeden Tag ein bisschen weitermachen. Ein Fehler. Ein Tutorial. Ein kleiner Erfolg. Das ist alles, was zählt.

Ist Python wirklich die beste Sprache für Anfänger?

Ja - wenn dein Ziel ist, schnell Ergebnisse zu sehen und dich nicht von komplizierter Syntax abhalten zu lassen. Für Webentwicklung, Datenanalyse, Automatisierung und Einstieg in KI ist Python die beste Wahl. Wenn du Spiele programmieren willst oder in der Embedded-Entwicklung arbeitest, gibt es bessere Optionen. Aber für fast alle anderen Fälle: Python ist die sicherste Wahl für Anfänger.

Wie lange dauert es, Python zu lernen?

Grundlagen wie Variablen, Schleifen und Funktionen lernst du in 2-4 Wochen, wenn du täglich 30-60 Minuten übst. Um echte Projekte zu bauen - wie eine Webseite oder ein Datenanalyse-Tool - brauchst du 3-6 Monate. Wer Python wirklich beherrscht, hat mindestens ein Jahr praktische Erfahrung gesammelt. Es geht nicht um Geschwindigkeit. Es geht darum, regelmäßig zu üben.

Brauche ich Mathe-Kenntnisse, um Python zu lernen?

Nein. Für den Anfang brauchst du nur Grundrechenarten. Wenn du später mit Daten arbeitest oder KI nutzt, wirst du Statistik oder lineare Algebra brauchen - aber erst dann. Die meisten Python-Kurse für Anfänger verwenden keine Mathematik. Du kannst erstmal lernen, wie man Dateien verarbeitet, Webseiten abruft oder E-Mails versendet - ohne eine einzige Formel.

Warum funktioniert mein Code nicht, obwohl er richtig aussieht?

Das passiert jedem. Python ist streng mit Einrückungen. Ein Leerzeichen zu viel oder zu wenig bringt dich zum Absturz. Auch Kleinbuchstaben zählen: „name“ ist nicht dasselbe wie „Name“. Und manchmal ist ein fehlendes Komma oder ein falscher Zeichenfolgen-Typ der Grund. Lies die Fehlermeldung genau. Sie sagt dir fast immer, wo der Fehler ist. Und googeln hilft - denn fast jeder hat diesen Fehler schon mal gemacht.

Sollte ich Python 2 oder Python 3 lernen?

Python 2 ist seit 2020 offiziell abgekündigt. Kein Kurs, kein Buch, kein Job verlangt mehr Python 2. Du solltest immer Python 3 lernen - am besten die aktuellste Version (3.12 oder 3.13). Alles, was du lernst, wird mit Python 3 funktionieren. Python 2 ist nur noch in alten Systemen zu finden - und du brauchst es nicht zu lernen.

Kann ich Python neben meinem Job lernen?

Ja - und das tun die meisten. Du brauchst nicht stundenlang zu sitzen. 20 Minuten am Tag, fünf Tage die Woche, sind mehr als genug. Nutze die Zeit, wenn du auf den Bus wartest, nach dem Abendessen oder vor dem Schlafengehen. Kleine, regelmäßige Einheiten sind effektiver als ein langer Marathon am Wochenende. Konsistenz ist der Schlüssel - nicht die Dauer.

Wenn du heute anfängst, wirst du in einem Jahr nicht nur Python können. Du wirst gelernt haben, wie man Probleme löst. Wie man Fehler annimmt. Wie man sich nicht aufgibt. Und das ist viel wertvoller als jede Syntaxregel.

Über den Autor

Sonja Meierhof

Sonja Meierhof

Ich bin Sonja Meierhof und ich habe eine Leidenschaft für Entwicklung. Als Expertin in meinem Feld habe ich zahlreiche Projekte in verschiedenen Programmiersprachen umgesetzt. Ich liebe es, mein Wissen durch das Schreiben von Fachartikeln zu teilen, besonders im Bereich Softwareentwicklung und innovative Technologien. Stetig arbeite ich daran, meine Fähigkeiten zu erweitern und neue Programmierkonzepte zu erforschen.