Was ist der einfachste Job, den man mit Python bekommen kann?

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Wenn du gerade mit Python anfängst, fragst du dich wahrscheinlich: Was ist der einfachste Job, den man mit Python bekommen kann? Die gute Nachricht: Es gibt mehr als du denkst. Du brauchst keinen Abschluss in Informatik, keine fünf Jahre Erfahrung und auch keine komplexe Portfolio-Website. Python ist so zugänglich, dass du mit ein paar Wochen Lernen und einem klaren Ziel schon erste Jobs annehmen kannst.

Der einfachste Einstieg: Datenbereinigung und -aufbereitung

Der häufigste und einfachste Job für Python-Einsteiger ist die Automatisierung von Datenarbeit. Stell dir vor, du arbeitest in einem kleinen Unternehmen, wo jemand jeden Montag manuell Excel-Dateien öffnet, Spalten umbenennt, doppelte Zeilen löscht und die Daten in eine andere Tabelle kopiert. Das dauert drei Stunden - und ist total unnötig.

Dafür brauchst du nur drei Dinge: Grundkenntnisse in Python, die Bibliotheken pandas und eine Python-Bibliothek zur Datenanalyse, die Tabellen wie Excel-Dateien leicht einlesen, bearbeiten und speichern kann, und ein paar Stunden Zeit, um ein Skript zu schreiben. Ein einfaches Skript, das eine CSV-Datei öffnet, Duplikate entfernt und als neue Datei speichert, kannst du in einem Tag lernen.

Unternehmen suchen genau solche Leute: Menschen, die repetitive Aufgaben automatisieren. Du musst nicht verstehen, wie Maschinenlernen funktioniert. Du musst nur wissen, wie man Daten sauber bekommt. Das ist der Grund, warum viele Unternehmen Python-Jobs für Einsteiger ausschreiben - und warum du mit einem kleinen Projekt auf GitHub schon Bewerbungen verschicken kannst.

Wie du diesen Job bekommst - ohne Erfahrung

Du brauchst kein großes Portfolio. Du brauchst ein Beispiel. Mach dir eine Excel-Datei mit 50 Zeilen: Namen, E-Mail, Alter, Stadt. Speichere sie als CSV. Schreibe ein Python-Skript, das:

  1. Die Datei öffnet
  2. Alle leeren E-Mail-Felder löscht
  3. Alle Namen in Großbuchstaben umwandelt
  4. Die neue Datei speichert

Dann lade das Skript und die Datei auf GitHub hoch. Schreibe eine kurze README, in der du erklärst, was das Skript macht. Das ist dein Portfolio. Das ist dein Beweis.

Jetzt bewirb dich bei kleinen Unternehmen, Startups oder Agenturen, die keine großen IT-Abteilungen haben. Suche nach Stellen wie: "Datenpflege assistieren", "Administrative Automatisierung mit Python", oder "Hilfe bei Excel-Aufgaben gesucht". Viele haben keine Ahnung, was Python kann - aber sie wissen, dass sie Zeit verlieren. Du bist die Lösung.

Andere einfache Python-Jobs - kurz und präzise

Es gibt noch mehr Jobs, die du mit wenig Aufwand machen kannst:

  • Web-Scraping für Preisvergleiche: Ein Online-Shop will wissen, wie seine Konkurrenten preisen. Du schreibst ein Skript, das alle zwei Tage die Preise von drei Websites abruft und in eine Tabelle schreibt. Tools: BeautifulSoup und eine Python-Bibliothek zum Parsen von Webseiteninhalten.
  • E-Mail-Automatisierung: Jeden Tag müssen 20 Kunden eine Bestätigungs-E-Mail bekommen. Du schreibst ein Skript, das aus einer Liste Namen und E-Mails liest und mit smtplib und eine Python-Bibliothek zum Senden von E-Mails automatisch versendet.
  • Reporting für Marketing: Ein Marketingteam bekommt täglich Daten von Facebook und Google Ads. Du sammelst sie, fasst sie zusammen und sendest jeden Morgen eine kurze PDF-Datei mit den wichtigsten Zahlen - per E-Mail. Tools: matplotlib und eine Python-Bibliothek zum Erstellen von Diagrammen.

Diese Jobs sind nicht glamourös. Sie sind nicht bei Google oder Amazon. Aber sie sind da. Und sie zahlen 15-25 Euro pro Stunde - oft als Nebenjob, oft als Teilzeit. Du arbeitest von zu Hause, oft mit flexiblen Zeiten.

Zwei Personen in einem Büro: eine manuell mit Excel, andere automatisiert mit Python, digitale Daten fließen als Lichtströme.

Warum diese Jobs so leicht zu bekommen sind

Die meisten Unternehmen haben keine Ahnung, wie viel Zeit sie durch manuelle Arbeit verlieren. Sie wissen nicht, dass ein 30-Zeilen-Skript eine ganze Woche Arbeit in einer Stunde erledigen kann. Deshalb suchen sie nicht aktiv nach Python-Entwicklern. Sie suchen nach jemandem, der "mit Excel umgehen kann" - und du bist derjenige, der das kann, aber noch viel mehr.

Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht alle Bibliotheken kennen. Du musst nur eins können: Ein Problem erkennen und mit Python lösen - auch wenn es klein ist. Das ist der Schlüssel.

Was du nicht brauchst

Vermeide die Falle: Du brauchst nicht:

  • Ein Master-Abschluss in Data Science
  • Kenntnisse in KI oder neuronalen Netzen
  • Eine App mit 10.000 Downloads
  • Ein GitHub-Profil mit 50 Projekten

Du brauchst ein Projekt. Eines. Das funktioniert. Das du erklären kannst. Das zeigt, dass du denkst wie jemand, der Probleme löst - nicht wie jemand, der nur Code schreibt.

Wie du anfängst - Schritt für Schritt

  1. Installiere Python (Version 3.12) von python.org.
  2. Installiere pandas und eine Python-Bibliothek zur Datenanalyse, die Tabellen wie Excel-Dateien leicht einlesen, bearbeiten und speichern kann mit pip install pandas.
  3. Lade eine kostenlose CSV-Datei herunter - z. B. von Kaggle (z. B. "Titanic Dataset").
  4. Schreibe ein Skript, das die ersten 10 Zeilen anzeigt und die Anzahl der fehlenden Werte berechnet.
  5. Erweitere es: Lösche Zeilen mit fehlenden Daten, speichere die bereinigte Datei.
  6. Lade es auf GitHub hoch. Schreibe eine kurze Beschreibung.
  7. Bewirb dich bei 10 kleinen Unternehmen - mit deinem Projekt als Anhang.

Du brauchst nicht zu warten, bis du "fertig" bist. Du fängst an, und während du arbeitest, lernst du mehr.

Ein kleiner Python-Code als Schlüssel, der ein großes Schloss mit 'Manuelle Arbeit' öffnet, Ketten fallen ab, Daten werden geordnet.

Wie viel verdienst du?

Als Einsteiger mit einem einfachen Automatisierungsprojekt verdienst du zwischen 15 und 25 Euro pro Stunde. In Deutschland sind das 600-1.200 Euro pro Monat, wenn du 20-40 Stunden pro Monat arbeitest. Viele machen das nebenbei - während sie studieren, Elternzeit nehmen oder in einem anderen Job arbeiten.

Wenn du dich verbessern und mehr Projekte machst, steigt dein Preis. Nach sechs Monaten bist du oft bei 30-40 Euro pro Stunde - und kannst dir auch längere Verträge sichern.

Was kommt danach?

Du fängst mit Datenbereinigung an. Dann automatisierst du E-Mails. Dann machst du Berichte. Dann siehst du: "Ah, ich könnte auch die Daten visualisieren." Und plötzlich bist du nicht mehr der "Hilfskraft", sondern derjenige, der die Entscheidungen unterstützt. Viele Python-Einsteiger werden später Data Analysts, Business Intelligence Analysts oder Automation Specialists - ohne jemals ein komplexes KI-Modell geschrieben zu haben.

Python ist kein Zauberstab. Aber es ist ein Werkzeug, das dir erlaubt, mit wenig Aufwand große Wirkung zu erzielen. Und das macht dich wertvoll - selbst wenn du gerade erst anfängst.

Kann man mit Python ohne Vorkenntnisse einen Job bekommen?

Ja, absolut. Du brauchst keine Programmiererfahrung, um mit Python zu beginnen. Viele Jobs für Einsteiger - wie Datenbereinigung oder E-Mail-Automatisierung - erfordern nur Grundkenntnisse. Mit einem einfachen Projekt, das du in zwei Wochen erstellst, kannst du schon Bewerbungen verschicken. Der Schlüssel ist nicht, alles zu können, sondern ein konkretes Problem zu lösen.

Wie lange dauert es, bis man den ersten Python-Job bekommt?

Wenn du jeden Tag eine bis zwei Stunden lernst und ein kleines Projekt machst, kannst du in vier bis acht Wochen erste Bewerbungen verschicken. Die meisten Einsteiger bekommen ihre erste Aufgabe innerhalb von zwei bis drei Monaten. Es ist kein Sprint, sondern ein kontinuierlicher Prozess - und du beginnst, sobald du dein erstes Skript schreibst.

Braucht man einen Abschluss für Python-Jobs?

Nein. Die meisten kleinen Unternehmen und Startups suchen nicht nach Abschlüssen, sondern nach Ergebnissen. Wenn du zeigen kannst, dass du ein Problem gelöst hast - etwa eine manuelle Aufgabe automatisiert hast - dann bist du genauso wertvoll wie jemand mit einem Informatikstudium. Dein GitHub-Profil ist dein Lebenslauf.

Welche Python-Bibliotheken braucht man für den einfachsten Job?

Für den einfachsten Job - Datenbereinigung - brauchst du nur pandas. Für E-Mail-Automatisierung brauchst du smtplib. Für Web-Scraping brauchst du BeautifulSoup. Du musst nicht alle lernen. Wähle eine Aufgabe, lerne die passende Bibliothek und baue ein Projekt.

Ist Python wirklich einfacher als Excel?

Excel ist einfach für einzelne Aufgaben. Python ist einfacher, wenn du dieselbe Aufgabe wiederholen musst - 10 Mal, 100 Mal, jeden Tag. Ein Python-Skript läuft automatisch, ohne dass du es starten musst. Excel kann brechen, wenn die Datei zu groß wird. Python verarbeitet 10.000 Zeilen genauso leicht wie 10. Wenn du wiederkehrende Aufgaben hast, ist Python die einfachere Lösung - auch wenn der Einstieg etwas länger dauert.

Was du als Nächstes tun solltest

Starte heute. Lade Python herunter. Öffne einen Editor. Schreibe drei Zeilen Code, die eine CSV-Datei öffnen und die erste Zeile anzeigen. Das ist dein erster Schritt. Du brauchst keine perfekte Lösung. Du brauchst einen Anfang. Und mit diesem Anfang bist du schon weiter als die meisten, die nur darüber nachdenken, aber nie anfangen.

Über den Autor

Sonja Meierhof

Sonja Meierhof

Ich bin Sonja Meierhof und ich habe eine Leidenschaft für Entwicklung. Als Expertin in meinem Feld habe ich zahlreiche Projekte in verschiedenen Programmiersprachen umgesetzt. Ich liebe es, mein Wissen durch das Schreiben von Fachartikeln zu teilen, besonders im Bereich Softwareentwicklung und innovative Technologien. Stetig arbeite ich daran, meine Fähigkeiten zu erweitern und neue Programmierkonzepte zu erforschen.